Hürdenlauf: Schülervertretung

Ein Schülersprecher beschreibt die Probleme der Schülervertretung und kritisiert die Politik Schleswig-Holsteins

Die Schülervertretung ist die gewählte Vertretung der Schülerinnen und Schüler in der Klasse und in der Schule. Sie ist Teil der Schule und gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gemeinsamer Mitwirkung an den die Schule betreffenden Angelegenheiten. […]

SchulG §79 Abs. 1

Bildung einer Schülervertretung

Das Problem fängt damit an, dass es für die Schulen keine Verpflichtung gibt, eine Schülervertretung zu haben. Das bedeutet, dass viele Schulen auch einfach keine Schülervertretung haben. Es muss erst ein/e engagierte/r Schüler/in auf die Idee kommen, dass es eine Schülervertretung geben könnte. Dann müsste diese Person auch noch die Motivation haben, sich der Herausforderung zu stellen, eine Schülervertretung gründen zu wollen.

Da es keine/n Ansprechpartner/in in der Schule für diese engagierte Person gibt, ist diese auf sich gestellt und erhält höchstens Hilfe von der Landesschülervertretung, wenn von der überhaupt Kenntnis besteht.

Nun hat die Person es geschafft, eine Schülerversammlung mit allen Schülerinnen und Schülern einzuberufen und eine Schülersprecherin bzw. einen Schülersprecher zu wählen. Die Schülervertretung ist nun zwar gegründet, der/die Schülersprecher/in ist aber wieder auf sich gestellt.
Das Schulgesetz gibt der Schülervertretung zwar die Möglichkeit sich selbst, für weitere Regeln und Strukturen, ein Statut zu geben, aber dies ist nicht verpflichtend. Das für Bildung zuständige Ministerium hat ein Musterstatut erlassen, dieses muss aber erst einmal verstanden werden – wer lernt denn schon in der Schule Gesetzestexte zu verstehen? Dieses Statut kann beinhalten, dass aus der Mitte der Klassensprecherversammlung, bestehend aus allen Klassensprecherinnen und Klassensprechern, ein Vorstand gewählt werden kann.
Außerdem kann die Klassensprecherversammlung zur weiteren Unterstützung eine Verbindungslehrkraft wählen, wenn sich überhaupt eine Lehrkraft zur Wahl aufstellen lässt.

Jetzt gibt es eine funktionierende Schülervertretung jedenfalls für ein Jahr, vielleicht länger bei Wiederwahl. Die Amtzeit ist immer von kurzer Dauer, denn die Schulzeit ist nicht endlos. Mit Glück wurde die Nachfolge rechtzeitig gefunden und vorbereitet, sonst wäre alles, was so mühevoll aufgebaut wurde, hinfällig.

Probleme einer Schülervertretung

Selbst eine funktionierende Schülervertretung hat mit Problemen zu kämpfen. Wie kann man alle Mitschüler/innen erreichen? Wie werden Veranstaltungen oder Projekte organisiert? Wie wird ein Antrag formuliert und wie wird Lobbyarbeit betrieben, damit ein Antrag von der Schulkonferenz angenommen wird? Bei alldem sind die Schüler/innen quasi auf sich allein gestellt. Die Schulleitung, Lehrerschaft und Elternschaft darf grundsätzlich nicht verärgert werden, andernfalls wird die Schülervertretung niedergemacht.

Egal was gemacht wird, die Schülervertretung ist anscheinend so unbedeutend, dass Termine mit der Schulleitung ausnahmslos verschoben werden. Mit Glück wird die Schülervertretung mit aktuellen Informationen versorgt und erhält vielleicht sogar eine eigene E-Mail-Adresse als auch eine Seite auf der Schulhomepage.

Fazit für meine Schule

Ich habe erfolgreich eine funktionierende Schülervertretung mit Statut und einigen engagierten Schülervertreter/innen ins Leben gerufen. Ich habe immenses Glück mit meinem Schulleiter, der ein offenes Ohr für uns Schülerinnen und Schüler hat. Im Allgemeinen hat meine Schülervertretung ein super Verhältnis mit allen an der Schule Beteiligten.

Mein Engagement die Schülervertretung zu gründen hat leider so viel Zeit beansprucht, dass ich bisher nicht viele meiner Vorhaben, die ich bei meiner Wahl zum Schülersprecher vorgestellt habe, umsetzen konnte. Ich habe aber eine gute Grundlage geschaffen, mit der/die nächste Schülersprecher/in arbeiten kann.

Der Auftrag der Schule wird bestimmt durch das Recht des jungen Menschen auf eine seiner Begabung, seinen Fähigkeiten und seiner Neigung entsprechende Förderung und Ausbildung […].

SchulG §4 Abs. 1

Es ist gut, dass die Schülervertretung überhaupt im Schulgesetz enthalten ist und dazu werden den ehrenamtlich arbeitenden Schülervertreter/innen Freistunden eingeräumt.
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich die Politik motivieren weiter am Grundgerüst der Schülervertretung zu arbeiten. Jetzt sind noch einige Optimierungen nötig, denn wie im Schulgesetz steht, hat die Schule den Auftrag die Schüler/innen zu fördern und dies geschieht hinsichtlich der Schülervertretung nicht.

Wünsche an die Politik

Ich wünsche mir von der Politik festes Personal, welches für die Schülervertretungen zuständig ist. Die Schülervertretungen brauchen, ähnlich wie die Schul-Email-Adressen, eine eigene Email-Adresse für geschäftliches (z.B. @schulesv.landsh.de). Damit wird für die Erreichbarkeit der Schülervertretung gesorgt.

Es wäre schön eine zentrale Vernetzungsplattform mit verschiedenen Kategorien (FFF-Organisationen, Parteien, Kinder- und Jugendbeiräte,…) zu haben, damit sich Organisationen, wie die Schülervertretungen, gegenseitig kontaktieren und austauschen können.

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